Freitag, 15.06.2012 - 22º

Ich halte inne und merke, dass das gar nicht geht. Langsam erhebe ich mich aus dem Rauchteppich, was eigentlich gut sein soll entpuppt sich als böse. Alles fängt wahnsinnig an zu leuchten, ich leuchte, das Fenster leuchtet. Wie bin ich hier her gekommen, und warum?
Mein Blut fließt, strömt aus meinem Kopf als ich mich hinstelle. Alles vibriert in mir, mein Körper ist wie eingeschlafen. Schlaff hängt mein Rumpf auf meinen Beinen, die Arme gerade noch in der Lage meine Klamotten überzustreifen. Ich brabbel irgendetwas von einer Entschuldigung, lache innerlich weil das wirklich eine unangenehme Situation ist. Ich lasse mich wieder auf den Boden fallen, bleibe da liegen und es ist mir auch völlig egal das ich beobachtet werde und sicherlich nichts freundliches über mich gedacht wird, aber alles sehr harmlos.
Irgendwann habe ich mich etwas beruhigt, ich gehe aus dem Zimmer, nehme meine Schuhe und steige erstmal ein paar Treppen hinunter um dann, ein Stockwerk tiefer, mich hinzusetzte und meine Schuhe anzuziehen. Mein Knöchel ist geprellt. Jetzt sieht es nicht schlimm aus, aber es nervt beim gehen. Ich komme raus, es ist angenehm warm und ich stehe völlig neben mir, genieße das Gefühl vom schweben, so 5 cm über dem Boden. Ich weiß, dass wenn ich jetzt nichts esse es ganz übel aussehen wird.
Ich entscheide mich für den Supermarkt, und stehe schon in den Gängen vom Görge meines Vertrauens. Es fällt nicht leicht zu entscheiden was jetzt gut wäre also greife ich mir irgendwas; Kirschen, Schinken Käse Croissant, Der Grüne-Tee. Die Schlangen sind extrem lang. Nach einer weile merke ich, wie es immer schlimmer wird und die Lage sich dramatisch zuspitzt.
Rausrennen, warten, aushalten,gehen? Ich zwinge mich auszuhalten. Irgendwann wird eine 3. Kasse aufgemacht. Du schaffst es, du schaffst es.
Sand läuft in meinen Körper, rieselt durch mich durch und versteift mich. Ich kann nicht mehr sehen, in meinem Blickfeld sind nur Weiße und Schwarze Felder. Ich weiß ich muss gehen, lege meine Sachen auf die Kühlbox neben mir und gehe zum Ausgang. Alles ist weiß. So unglaublich grell erscheint mir die Straße, die Häuser, ich weiß, wenn ich noch eine Minute länger... Ich überlege ob ich mich hinsetzten soll, irgendeine Einfahrt suchen soll, in der ich mich verstecken kann, aber laufen tut gut und mein Blick klärt sich nach einiger Zeit.
Besuche beim Kiosk und Bäcker verlaufen sehr viel unspektakulärer und dann liege ich in meinem Bett und es wird besser.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

warum (be)schreibt ihr immer wieder gerne die momente der absoluten zerstreuung, der hilflosigkeit, der bodenlosigkeit und der verstörtheit?? ja gerade zu zugedröhnte und abgehobene zustände?

das ist, was mich interessiert!!!

e. hat gesagt…

1. : "Ihr" ???
2. : Es muss doch auch Leute geben die über "absolute Zerstreuung, Hilflosigkeit, Bodenlosigkeit,Verstörtheit" ect schreiben. Neben all den anderen wichtigen Themen wie Shopping,Schule, Fashion Week, Grand Opening...
Weit gesagt (was jetzt eher weniger mit der von mir beschriebenen Situation zu tun hat, viel aber mit dem angesprochenen Thema) wenn man in einen dieser Zustände gerät und sich selbst raushaut, das ist doch was einen weiterbringt...
Insofern irritiert mich die frage, denn entweder hast du immer auf der Sonnenseite gelebt und so was bis jetzt noch nicht erfahren, weswegen du das nicht verstehst oder hinter dem Kommentar versteckt sich etwas was auf etwas anderes hindeuten soll ......
?

Wo kann ich soetwas denn noch lesen?

Anonym hat gesagt…

1. Zu "ihr" (ich wusste, dass du es hinterfragen würdest haha) - es gibt so bestimmte Blogger, die sich irgendwie darauf spezialisiert haben... Ich denke da an Raphaela und andere, die bei ihr und auch hier gelegentlich kommentieren.

2. Ich muss und will mich jaa hier nicht rechtfertigen, aber zu deiner Frage mit der "Sonnenseite" kann ich absolut sagen, nein, dort lebe ich nicht. Sonnenseiten gibt es immer wieder, ja, aber momentan bestimmt hier das absolute Gegenteil. Und damit meine ich keineswegs kleine "Abgehobenheiten" oder Stolperer oder irgenndwelche Dinge, die ja "ach so dramatisch" sind; ein kleiner Trip, der einer Überdosis gleicht. Nein, Existenz bedrohend im Kern, der eigentlich durch nichts und niemanden erreichbar sein sollte und der jetzt gleichzeitig am wichtigsten ist; bei vollem Bewusstseiin.
Ja, du hast schon recht, diese Momente haben mich auf eine gewisse Weise auch weiter gebracht. Aber nichts ist wie vorher und vielleicht würde ich auf die neuen Horizonterweiterungen, die nicht jeder erfahren darf, verzichten, wenn es einfach wie vorher wäre (- aber nur viellkeicht). Und außerdem liegt es auch leider nicht an mir, ob ich es selbst "raus hauen" kann.
Aber weißt du, natürlich ist es für jeden verschieden, aber ich empfinde den Grundgedanken deiner Beschreibung sehr aanders, wenn ich ihn denn überhaupt empfinde. Bei dir ist es eine wohl erfundene Geschichte, aber glaubst du diese Momente sind so, dass man sich, wenn man sich so fühlt, auch als so benennen kann? Deine Beschreibungen machen den Eindruck vom Verlieren des (oben beschriebenen) Kkerns. Kann man sich da überhaupt denn noch als etwas betrachten und fein säuberlich beschreiben? Und wenn das volle Bewusstsein da ist/wäre, würde man sich dann so leichtfüßig über sich äußern? Würde ich meine Situation näher und am ehrlichsten beschreiben, ich würde da sitzen und schweigen und an zum Beispiel schwarrz denken. Nur leider bringt das dem Gegenüber nichts. Ich sage Worte, die durch die Begrifflichkeit nur zerstören, was eigentlich ist. Und auch nichts bei mir deutet auf eine Ästhetik hin. Vielleicht erst wenn ich es abstrahiert und ästhetisiert aaufschreibe... (= ist gleich nicht die Wirklichkeit.)
Klar muss es diese Leute geben, die sich solchen Themen widmen. Es muss ja alles vertreten sein, alle Möglichkeiten offen und ausgekostet, schon klar... Und das ist auch gut so – und auch nicht, dass ich es nicht mag! Aber viel mehr interessiert mich, waas dazu bewegt. Warum in solche Zustände schlüpfen? Weil sie dort kontrollierbar sind? Denn so ästhetisch sie dort auch scheinen, die ein oder andere Version der Realität sind sie kaum, kann ich aus meiner Erfahrung sagen. Oder, ja, "vielleicht habe ich so was biss jetzt noch nicht erfahren und verstehe es deswegen nicht". Oder aber auch, soll es das vielleicht ja auch gar nicht sein, eine Version der Realität.

e. hat gesagt…

Schöner text, ich werde ihn nochmal lesen, darüber nachdenken und dir später antworten!

e. hat gesagt…

Klar hinterfrage ich "ihr", das hat dein Satzbau einfach provoziert...

Du musst und willst dich rechtfertigen denn du hast ja offensichtlich was zu sagen!

Es ist keine ausgedachte Geschichte, alle Geschichten die ich hier reinschreibe habe ich so und kein stück anders erlebt (*). Ich beschwichtige nichts und füge nichts hinzu oder mache es spannender oder schockierender und das ist nicht positiv und cool oder negativ und unkreativ sondern einfach so.
Hier geht es um nicht MEHR und nicht WENIGER als die Beschreibung eines, für mich, interessanten Absturzes und das ist auch genauso kindisch und cool und überflüssig wie es sich anhört und dessen bin ich mir bewusst.
UND DAS IST SUPER, einfach klasse.

Ich vergesse mich nie, ich bin auch im Kopf mir Meiner bewusst, wenn ich nichts mehr kann. Bis jetzt habe ich es so erlebt, und ich bin froh darüber.
(ich kann aus meiner Erfahrung sagen; das ist verdammt anstrengend, immer zu denken)
Also weiss ich auch nicht ob MAN sich/das dann so benennen kann, aber ich kann es, sonst würde es da nicht stehen.
Das was hier steht sind doch alles Peanuts, nette weitgehend unbedeutende aber durchaus lehrreiche (und für mich auch genauso wichtige) Hirngespinste und unterhaltsame Szenen aus meinem Alltag. Deswegen ist es doch so simpel, vielleicht das was du als unglaubwürdig empfindest? Aber Blogs sind doch Softporno und meine "Schattenseiten" werden hier auch nicht zur Sprache kommen.

Ich merke schon das du auf etwas anderes anspielen willst… Realität.
Und achtung, jetzt wirds romantisch; Meine, Deine, Unsere,Ihre ???

(*) : ich erinnre mich an einige ausschnitte aus einer Kurzgeschichte von mir…. ist allerdings schon etwas her und ich denke du hast die texte von April gelesen oder?

eigentlich wollte ich nicht so viel schreiben, um auch noch etwas sagen zu können wenn du antwortest, aber mal sehen was passiert… :)

Anonym hat gesagt…

In der Zeit außerhalb Deutschlands und außerhalb des Internets werde ich über deine Antwort nachdenken, über meine Antwort nachdenken und mich frühestens in einer Woche melden.
- Liebe Grüße