Entspannungs-Starre und Blumensträuße

Ich bin ein verkacktes Scheißkind, aber gleichzeitig finde ich mich ziemlich cool.
Soweit geht das mit meinem Umgang mit Identitäten, ein Fremdwort, wie ich finde.
Wir gehen aus der Bar raus, und weil wir uns jetzt Mut angetrunken haben trauen wir uns Händchen zu halten und aufeinmal bin ich total selig und latsche so blöd neben dir her und freu mich so.
Und aufeinmal wird alles ganz romantisch und schön und so. Ich bin wirklich ein bisschen aufgedreht, Leute.
Ich könnte nen verdammt guter Workoholic sein, aber irgendwann ist was bei mir durchgebrannt, anscheinend und jetzt kann ich tatsächlich stundenlang rumsitzen und in die Luft starren und nachdenken, was sich vielleicht sehr poetisch und modern und jugendlich anhört, mich aber zunehmend stört.
Ich kann mich dann auch ganz schlecht aus dieser starre lösen.
Muss geübt werden.
Nun wo ich schon mal dabei bin, kann ich ja noch einen Schwung erzählen. Also wir treffen uns, und ich habe richtig aufgeräumt, wie schon erwähnt, und bei ihm ist es auch gar nicht unangenehm, dass ich so verdammt unsicher bin, weil es einfach alles verdammt ehrlich abläuft.
Es gibt Blumen (!!! :) und Kuchen, und irgendwann noch Essen und dann eine Bar. Und wir latschen zurück zu meiner Wohnung, und... es tut mir auch leid dass ich das so kacke jetzt rüberbringe, dass ich diese wunderbaren Momente hier so herklatsche wie schlechtes Risotto oder Kotze oder so aber alles was sich in meinem verkrampften Hirn gerade abspielt sind bunte Blumen und auch wenn das sehr dramatisch zu sein scheint, eben der Gedanke daran, dass ich auch eine Versagerin bin, also bin ich ziemlich verwirrt, happy, schuldbewusst, verärgert ... eigentlich bin ich aber vor allem happy. Verdammt, und wenn ich nun so darüber nachdenke, was passiert ist und wie der Abend verlaufen ist, wird mir immer bewusster wie perfekt das alles war und ist. Verdammte scheiße, es ist ganz schön süß alles.
Ich falle vollkommen verwirrt und rot in mein frischbezogenes Bett und wache Morgens auf, und alles an das ich denke bist du und diese vierstündige Zugfahrt die ich heute noch vor mir habe.
Und jedes mal, wenn ich vom Bett zum Klo renne, laufe ich durch diese Duftwolke von wunderschönen frischen Blumen, von diesem verdammt perfektem Blumenstrauß.

Ich komme raus und es sind mindestens 15 Grad. Die Sonne strahlt wie eine riesige Energiesparlampe weißes, grell weißes Licht auf uns nieder und ich radle zum Bahnhof.
Die Zugfahrt ist lang, weniger beschwerlich aber ermüdent, und als ich endlich in die ersehnten Arme sinke, bleibt auch nur noch Kraft mächtig in mich hineinzutun, 1 Liter Fanta zum Beispiel.

Die Luft auf dem Land ist wunderbar.
Der Himmel ist klar und ich bekomme Lust Melancholia zu gucken. Also liege ich jetzt und bin happy.
Schlaf gut, eva

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