Analyse zur nächtlichen Stunde (oder sollte ich besser sagen "Morgendliche" ?)

Ich liege auf meinem Bett, die Arme hinter meinem Kopf verschränkt, so wie man das tut, wenn man im Park liegt wenn es Sommer ist und man den Himmel anguckt.
Gerade gucke ich nicht auf den Himmel, auch nicht auf die weiße Decke, die für meine Verhältnisse viel zu weit unten hängt (ich bin es ja gewohnt dass da 4 Meter platz sind, wegen den schönen Altbauwohnungen in denen ich die meiste Zeit meines Lebens gewohnt habe), sondern auf eine goldene Zukunft.
Es ist viertel vor 6 und ich bin so ziemlich wach. Ich möchte gar nicht mehr einschlafen, obwohl ich das sicher tun würde, wenn ich mich jetzt hinlegen würde und die Augen zumache.
Ich bin unruhig. Habe zu viel verlangen nach Rauschmitteln oder zu viele genommen und mein Tag - Nacht Rhythmus ist sowieso im Arsch.
Ich versuche nur irgendwie zu überleben gerade. Und ich habe heute eine wichtige Strategie gelernt;
ALLES IST GUT, SOLANGE ICH MALE. Wenn ich nicht aufhöre zu malen, kann mir eigentlich nichts passieren. Ich war ziemlich verwirrt und dachte schon mein Leben wäre wieder in eine dieser deprimierenden, despressiven Phasen.
Ist es nicht. ich bin nur zu rational um normal krank zu sein. Also, aber das ist ok.
Denken ist ok solange es nicht so an mir zerrt wie die letzten Tage.
Aber dann, als ich son bisschen rumgepinselt habe wurde alles schon viel besser.
Jetzt genieße ich nur die Erkenntnis, dass ich nichts mehr von dem Jungen will, den ich eigentlich heiraten wollte und zwinge mich dazu ihn zu treffen, damit ich mir beweisen kann dass es wirklich so ist. Und damit ich weiß dass ich weiterhin keine guten Erinnerungen an ihn haben kann, und dass das nicht nur eine Phase der Trauer ist. Und die Erkenntnis dass ich wohl immer eine schlechte Verbindung zu Analverkehr haben werde (auch seine Schuld). Oder wegen ihm, wie drücke ich das pädagogisch korrekt aus?
Und die Erkenntnis, dass ich jetzt nicht mehr sagen kann, "im Grunde wissen wir nichts", so wie ich es gern getan habe als ich 16 war und es jetzt einfach nicht mehr stimmt. Und die Einsicht, dass ich jetzt machen kann was ich will, denn es wird nichts passieren, solange ich weiter male. Und dass ich das auch tun werde.
Was ich will, und auch alles was einfach so auf mich zukommt.
Ich trage ein schwarzes Hawaii Hemd mit weißen Lilien drauf, ein sehr stilsicheres Hawaii Hemd.
Meine Augen werden schwerer und ich werde immer zufriedener.
Es wird sicher noch verträumter die nächste Zeit.
Ich habe auf ein Mal viele Freunde, ich esse immer noch nicht gerne Bananen und einen Fernseher habe ich auch nicht.

Hochachtungsvoll,
E.

P.S.: Schreiben tut auch gut, also kommt bestimmt noch mehr,
denn mein gebrechliches, stabiles, krankes ach so großes Hirn muss sich ja irgendwie austoben und ich merke gerade dass Soaps allein nicht ausreichen um zu viel Stoff zu kompensieren!

Kommentare:

noreen hat gesagt…

haha so gut!
ich hatte beim flüssig durchlesen das Gefühl, ich lese ohne Punkt und Komma.

Lisa Wolf hat gesagt…

Ich mag diesen Eintrag. Ich mag deine Ehrlichkeit.