Logbuch Eintrag Nr. 4

Zäh wie Buttersteine durchtrennen meine Gliedmaßen die Luft. Es ist Tage her, seit dem ich das letzte Mal geschrieben habe.
Der Wind ist stetig, das Wetter sonnig.
Gestern gelangte ich in eine merkwürdige Stadt, die mir sehr bekannt vorkam. Ich schlenderte durch die Gassen und Straßen. Es war eine Art Fest am gange. Menschen Massen liefen durch die Gegend und riefen und es war da diese allgemeine Hektik. Ich kam zu einem großen Platz auf dem sich, vor einem Fachwerkhaus, eine große Gruppe von jungen Männern und Frauen versammelt hatte. Nach ein paar Momenten erkannte ich, dass sie jemenden zuriefen und bejubelten, der sich aus einem der obersten Fenster lehnte. Ich blieb abseits stehen und beobachtete die Szenerie die immer hektischer wurde und in einer Schießerei endete. Ich erkannte unter anderem auch einen Jungen der mal in meiner Klasse gewesen ist, ein leidenschaftlicher Eintracht-Fan, er verzog das Gesicht und hielt eine kleine Pistole in die Luft. Eine Freundin kam auf mich zugerannt und wir flüchteten in eine der Gassen und stellten uns in einen Hauseingang. Ich drückte hysterisch alle Klingelknöpfe in der Hoffnung Irengjemand würde uns aufmachen, als schon ein Junge von etwa 20 Jahren in den Eingang trat und die Tür aufschloss.
Meine Freundin musste ihn von irgendwo her kennen, denn ich hatte ihn noch nie gesehen und doch, er nahm uns mit in seine Wohnung. Sie war eingerichtet wie eines von diesen neuen Einfamilien Häusern außerhalb der Stadt. Mit Kunstblumen, 50cm hohen Vasen, orange farbenen Vorhängen und Möbelgarnituren aus hellem Holz von Porta. Ich vermutete, dass die Wohnung seinen Eltern gehörte, denn er selbst sah eher aus als würde er, eher im kleinen Kreise, Gras verkaufen und am Wochenende zu Drum´n Bass Musik seine in schlabbrigen Jeans steckenden Beine auf und ab bewegen. Ein kurzer Blick in die beiden (?) Wohnzimmer genügte und ich musste mich nicht länger aufhalten, wir gingen in eine Art Speisekammer in der etliche große Kühlschränke mit Glastüren standen die allesammt mit Spirituosen und braunen Bierflaschen gefüllt waren. Hier waren merkwürdige Menschen zu Gast. Ich hatte Leute aus meinem ehemaligen Jahrgang gesehen. Leute die Abends eher Bücher lesen und Fehrnseh gucken als bei verkrachten Houspartys rumzulunger. Verstohlen durch die Gegand guckend und die Joints begutachtend.
Und auch waren Leute da die ich noch nie gesehen hatte, aber vorallem niemanden der mir den Bezug bzw. die Verbindung zwischen alle diesen Leuten und mir selbst etwas schlüssiger machen konnte.
Ich fragte nach Energy. RedBull hatte er nicht aber er gab mir eine Dose mit einer merkwürdigen Trinköffnung aus Pappe, die er aus dem hinteren Wohnzimmer holte, dort standen ebenfalls mehrere Kühlschränke. Wir gingen in das vordere Wohnzimmer. Auf dem Sofa, auf dem wir unsere Hintern plazierten, hatte sich schon ein Pärchen breitgemacht, dass sich nun aufsetzte als hätte es gerade astrein einen Akt vollzogen und die beiden waren auch splitternackt. Meine Freundin hatte einen noch nicht fertig gerollten Joint in der Hand und unterhielt sich mit dem Pärchen. Kurzzeitig redete die Frau über eine ehemalige von meinem Freund und ich war etwas angepisst,innerlich, als ich dann hörte was sie sagte: " Ein mal im Jahr bekommt sie irgendwo am Körper so eine eitrige Wunde, voll abgefahren -oder?" war es wieder o.k. aber ich muss sagen dass ich kurz davor war eine scheiß Laune zu bekommen,was mir sonst eigentlich nicht passiert, nicht wegen sowas, nicht mehr. Der Gastgeber setzte sich auf die Sofalehne. Ich döste dann ein bisschen weg.

1 Kommentar:

LaFurina hat gesagt…

Sehr interessant, die Story hat sich bildlich vor meinen inneren Auge abgespielt.
Falls sie fiktiv ist, ist sie wirklich ausgezeichnet .